Zum Verein

 

Bereits in den 1920er Jahren gab es in Oßmannstedt zwei Spielmannszüge. Anläßlich der 1000-Jahrfeier von Oßmannstedt im Jahre 1956 gegründet, wurde der Fanfarenzug anfänglich als Spielmannszug von Max Bamberg und Hans Wirth geleitet. Später entwickelte sich daraus ein reiner Fanfarenzug, der unter dem Namen der BSG „Traktor Oßmannstedt“ spielte. Unter der Leitung von Hans Wirth errang der Zug mehrere Bezirksmeistertitel, darunter auch mehrmalige 1. Plätze. Er nahm an den Turn- und Sportfesten in Leipzig teil und bekam den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ verliehen. Durch viel Eifer und Einsatzbereitschaft erkämpften sich die Spielleute den Aufstieg in die DDR-Sonderklasse des Deutschen Turn- und Sportbundes - der höchsten Spielklasse für Fanfarenzüge. Zu vielen Anlässen gefragt, bei gesellschaftspolitischen Höhepunkten auch außerhalb des Kreises Apolda immer präsent, machte der Klangkörper mit seinen musikalischen Erfolgen das kleine Örtchen Oßmannstedt im ganzen Land bekannt.

Einen schweren Schicksalsschlag mußten die Mitglieder im Jahre 1979 hinnehmen, als ihr Leiter Hans Wirth verstarb. Unter der Leitung von Roland Hansel und Hartmut Körtelt konnte der Zug weitergeführt werden. Geprägt durch Hans Wirth und unter dem Ehrgeiz der beiden neuen Leiter konnten die musikalischen Errungenschaften fortgesetzt werden. Durch harte Arbeit, Begeisterung und viel Hingabe schafften es die Mitglieder bis zur Teilnahme an den DDR-Meisterschaften, welche im Jahr 1982 durch den Fanfarenzug in Oßmannstedt ausgerichtet wurden.

 

 

Ein neuer Anfang

 

Im Laufe der Jahre wuchsen die Mitglieder aus ihren Kinderschuhen. Die Zeit blieb nicht stehen. Lehre, Beruf, eine Familie gründen - all dem hielt das Hobby nicht mehr Stand. Die Wende 1989/90 machte dem fortschreitenden Verfall ein Ende und brachte frischen Wind in den Verein.

Als Präsent zum 85. Geburtstag von Max Bamberg spielten mehrere ehemalige Mitglieder am 27. Juni 1994 zum Ständchen wieder auf. Diese Überraschung war gelungen und hatte Folgen: einmal Spielmann, immer Spielmann. Zu groß waren die Erinnerungen an die schönen alten Zeiten. Es blieb nicht bei dem einen Ständchen; jeder wollte weiter machen. Noch im Herbst wurde ein eigenständiger Verein unter der Leitung von Torsten Zech und Volker Körner gegründet. Im Zug fanden sich auch alte Mitglieder, die einst als Kind angefangen hatten und nun mit ihren eigenen Kindern musizierten. Viele Auftritte folgten. Gefragt zu Feiern, Festen und Umzügen - überall war der Verein unüberhörbar präsent. Regelmäßige Übungsstunden, Finanzierung & Sponsoring, Nachwuchsarbeit und Auftritte forderten viel Engagement von jedem einzelnen.

Motiviert und voller Elan arbeiteten die Spielleute an ihren Leistungen. Unter Mitwirkung von Torsten Zech wurden die 1. Thüringer Landesmeisterschaften der Spielleute des Thüringer Turnverbandes ins Leben gerufen. Ausrichter und Organisator sowie aktiver Teilnehmer dieser Konkurrenz war der Fanfarenzug Oßmannstedt. Etwa 400 Spielleute kämpften um den Titel und weit mehr als 2000 Besucher ließen sich dieses musikalische Ereignis nicht entgehen. Die Spuren der Erfolge aus den 70er und 80er Jahren waren noch vorhanden. Der Verein belegte den 3. Platz. Es wurde weiter hart trainiert und in den folgenden Jahren gute Plätze bei weiteren Meisterschaften belegt.

 

 

Ein neues Jahrtausend bricht an

 

Mitglied in einem Fanfarenzug zu sein bringt nicht nur Freude am Musizieren, sondern fordert Leistung und Durchhaltevermögen und die Opferung wertvoller Freizeit. Gesellschaftliche Umstände, eine schlechte Wirtschaftslage, etc. lassen Vereine sterben. Trägerverbände und Förderungen brechen weg. Ein jeder beschäftigt sich nur noch mit seiner eigenen Person. Kinder werden sich selbst überlassen, werden nicht mehr gefordert und gefördert. Das Interesse an einer stetigen Vereinstätigkeit läßt nach. Doch eines ist sicher: nach Regen folgt Sonnenschein! Nicht nur Höhen soll man gemeinsam bestreiten - in der Not erkennt man den wahren Menschen. So braucht man sich um den Fanfarenzug nicht zu sorgen: er wird immer wieder aufblühen, wie er es schon so oft in seiner Geschichte getan hat.

Bereits in den 80er Jahren wurde das Musikrepertoire des Klangkörpers neben der traditionellen Marschmusik um Rock and Roll und Walzerrhythmen erweitert. Zeitgemäß folgten später zur Erweiterung des musikalischen Repertoires Samba-Rhythmen.

Der Fanfarenzug spielt zu den verschiedensten Anlässen: Faschings- und Fackelumzüge, Hochzeiten, Schützenfeste, private Geburtstagsfeiern und überall da, wo seine Musik gewünscht wird.

 

 

Tanzgruppe „Dancing Queens“

 

Unter dem Dachverband des Fanfarenzuges schloß sich dem Verein 2003 die ortsansässige Tanzgruppe „Dancing Queens" unter der Leitung von Anja Milde an. Gemeinschaftliche Programmdarbietungen sind eine weitere Bereicherung des Vereines und erfreuen das Publikum.